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Interview mit Jiz Lee & Shine Louise Houston – Part 3: Wieso sollten wir für Pornos bezahlen?

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“Das da ist jemandes Arbeit.” — Shine Louise Houston

Teil drei unseres Videointerviews mit Jiz Lee und Shine Louise Houston

Wir haben uns mit der queeren Porno-Regisseurin Shine Louise Houston und Darsteller*in Jiz Lee* über Porno unterhalten. Im dritten Teil des Gesprächs wollten wir wissen: Wieso sollten wir eigentlich für Pornos bezahlen?

“Die einzigen Male, dass ich mich in der Porno-Industrie wirklich ausgebeutet gefühlt habe, war als meine Arbeit illegal geteilt wurde.” – Jiz Lee

Aus ihrem* Aufsatz im an dieser Stelle empfohlenen Band “Ask. Building Consent Culture”** wissen wir bereits: Für Jiz Lee stehen Konsens und das Bezahlen von Pornos in einem engen Zusammenhang. Doch wieso eigentlich? Und wieso sollten wir für Pornos bezahlen, wenn es sie auch umsonst gibt?

Lee erzählt, dass er* sich in der Pornoindustrie nur ausgebeutet gefühlt habe, als die eigene Arbeit illegal geteilt wurde. Piraterie stellt für die Pornobranche einen beträchtlichen ökonomischen Schaden dar: Jährlich entgehen der Pornobranche dadurch geschätzte zwei Milliarden Dollar, die meist auf Kosten der kleineren Firmen gehen. 

Für Lee bedeutet das: Hätte jeder Einzelne der hunderttausenden Zuschauer*innen der eigenen, illegal hochgeladenen Videos nur einen kleinen Betrag bezahlt, hätte davon leicht ein neuer Film produziert oder die Darsteller*innen besser bezahlt werden können. Nicht zuletzt werden laut Lee Filme, sobald sie illegal auf einer der großen Tube-Seiten hochgeladen seien, oft entkontextualisiert und die Darsteller mit falschen Ethnien oder Geschlechtern bedacht.

Behind the scenes of Pink and White Productions“It’s like this porn is made out of nothing. But it’s not. These are real people. This is somebody’s work.” Quelle: Pink and White Productions

Was hat das Bezahlen mit Porno mit Konsens zu tun?

Von der offensichtlichen Konsensverletzung den Firmen und Darsteller_innen gegenüber abgesehen, sieht Lee im Bezahlen von Porno auch ein Mehr an Konsens für die Zuschauer_innen. Der Prozess des Orientierens, Aussuchens und schließlich Bezahlens führe dazu, dass der oder die Zuschauer_in diverse Informationen über den Kontext erhielte. So durchliefe er oder sie verschiedene Stufen des Zustimmens, anstatt unmittelbar mit explizitem Material konfrontiert zu werden. 

Eben jene Auseinandersetzung sei es jedoch auch, die so Manchen davon abhält, für Pornos zu bezahlen: Da Pornographie für viele Menschen ein Tabu darstellt, fühlen sie sich nach Lee häufig wohler damit, sie umsonst zu konsumieren – ohne sich einzuloggen oder eine Kreditkarte zu benutzen.

“Ich möchte wissen, wo mein ganzes Zeug herkommt.” – Shine Louise Houston

Es gehört heute zum guten Ton, dass Menschen mit ein bisschen sozialem und ökologischem Bewusstsein (sowie dem nötigen Kleingeld) regional und fairtrade kaufen. Man möchte schließlich wissen, wo die Waren, die man konsumiert, herkommen. Und man will wissen, dass dafür niemand allzu schlimm ausgebeutet wurde. Das Gleiche sollte, so Houston, auch für Pornos gelten. Piraterie bedeute in aller Regel, dass die menschliche Arbeit hinter dem Produkt unsichtbar gemacht würde. Die Namen der Darsteller und der Produktionsfirmen würden häufig fehlen, und es ist fast, als sei der Film “aus dem Nichts geboren”, so Houston. “Das ist er aber nicht. Das sind echte Menschen. Das ist jemandes Arbeit.”

Wieso sehen eigentlich alle ihre Pornos umsonst?

Die meisten Filme, die auf den großen Tube-Seiten angeboten werden, stammen aus Piraterie.  Die wenigsten Menschen wissen das. Dass sie also ihre Pornos umsonst sehen, ist laut Lee nicht unbedingt deren eigene Schuld. Da auf Google die meistbesuchten Seiten ganz oben landen, und der Algorithmus nicht sonderlich differenziert ist, muss man meist sehr lange suchen, um überhaupt eine bezahlte Seite zu finden. Kein Wunder also, dass die meisten Menschen auf den großen Tube-Seiten landen, wenn sie Lust auf Pornos haben. Wer aber weiß, so Lee, dass Porno bezahlt gehört, könne ruhig ein bisschen recherchieren, um die Arbeit der Lieblings-Pornostars auch zu bezahlen.

Wie kann ich Crashpadseries.com umsonst sehen?

Natürlich, gesteht auch Lee, haben nicht alle Menschen das nötige Einkommen, um für ihre Pornos zu bezahlen. Gerade queere und trans*-Personen seien häufig nicht unbedingt Angehörige einer gutverdienenden Oberschicht. Aus diesem Grund wurde für Crashpadseries.com und pinklabel.tv eine Art Tauschsystem entwickelt. Wer zum Beispiel eine Rezension schreibt, transkribiert, übersetzt oder Untertitel schreibt, bekommt ein paar Stunden Film umsonst. Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe: Menschen mit niedrigem Einkommen müssten für gute Pornos nicht bezahlen, und die Arbeiten vonCrashpadseries.com und pinklabel.tv würden, zum Beispiel durch Untertitelung, zugängiger gemacht.

Ihr habt Lust auf gute Pornos, aber wisst gar nicht, wo ihr anfangen sollt? Hier haben wir unsere Lieblingspornoseiten für euch gesammelt.


Interview, Text and Videoproduktion: Julia Pustet
Links: Pinklabel.tv, Crashpadseries.com

 

 

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