product

10 Tipps, um richtig zu streiten

Mehr Tutorials mit
Love Records Plus sehen!

Good News: Richtig streiten kann man lernen

Streits kommen in den besten Familien vor, in den besten Beziehungen, Freundschaften und sogar Arbeitsbeziehungen. Das ist normal und okay, man kann schließlich nicht immer das Gleiche wollen. Doch Streit ist nicht gleich Streit: Man kann durchaus zwischen ungesundem und gesundem Streiten unterscheiden. Während ein Streit nicht das Ende der Beziehung heißen muss, enden doch die meisten Beziehungen durch Konflikte, die einfach nicht mehr zu kitten sind. Die meisten Menschen fragen sich irgendwann: Wie kann ich streiten lernen, ohne das jedes Mal etwas kaputt geht? Wie löse ich meine Beziehungskrise mit Kommunikation?

Wie kann man richtig streiten lernen – Die Basics

Typische Streits entstehen häufig, wenn einer Person etwas wichtig ist, was der Partnerin oder dem Partner banal erscheint. Durch Kleinigkeiten können schmerzhafte Erinnerungen ausgelöst werden, von denen der andere  gar nichts weiß. Oder über die wir uns selbst nicht im Klaren sind. Aufgrund unserer Sozialisation und den Erfahrungen, die wir im Laufe unserer Leben gemacht haben, bewerten wir Situationen unterschiedlich. Zu Streit kommt es dann oft, weil eine Person nicht verstehen kann oder will, wieso die andere Person so verletzt ist. Oder weil sie ein Verhalten der anderen Person als fies bewertet, das gar nicht fies gemeint war.

Streit ist schwer zu vermeiden, besonders in langjährigen Beziehungen. Ist die rosarote Brille einmal beschlagen, sieht man plötzlich das Menschliche, allzu Menschliche am Anderen. Wichtig ist dann, die Reaktion und Ängste des Partners kennen zu lernen. Die gute Nachricht: Richtig Streiten in der Partnerschaft kann man lernen. Dadurch verlaufen Streits weniger destruktiv.

Kommunikation: Ist die gute alte Ich-Botschaft überholt?

Die erste goldene Regel klingt wie ein Klischee, aber stimmt eben auch: Redet miteinander, kommuniziert eure Bedürfnisse! Wie das geht? Lange Zeit galt die so genannte Ich-Botschaft als das Geheimtool schlechthin, um Dynamiken endloser gegenseitiger Anschuldigungen und Vorwürfen zu vermeiden. Zu Recht?

Eine Ich-Botschaft zu senden, bedeutet, dass man dem Partner nicht ewig vorhält, was er alles falsch gemacht hat. Stattdessen erklärt man ihm: Wie geht es mir damit? Ein Beispiel: Statt zu sagen “Immer gehst du lieber auf diese dämlichen Partys mit deinen dämlichen Freunden”, kann man sagen: „Ich wünsche mir mehr Zeit mit dir.“ (Natürlich nur, wenn das auch wirklich so ist)

Aber Obacht: Nur, weil ihr sagt „Ich finde, dass du ein Vollhorst bist“, ist das auch nicht viel besser, als einfach „Du Vollhorst“ zu sagen. Von sich selbst auszugehen ist keine Grammatikregel, die man auf alles anwenden kann, sondern eher eine Art, zu zeigen, warum euch etwas verletzt.

Zuhören ist nicht unbedingt zustimmen

Ja ok, es gibt auch Fälle, da habt ihr einfach Recht. Wenn ihr wütend seid, seid ihr wütend, und wenn euer Partner etwas falsch gemacht hat, dann fangt nicht an mit: „Also ich fühle mich ganz komisch damit, dass du immer so cholerisch bist und nie sauber machst“ Lernt, wann es besser ist, direkt zu sein. Manchmal wirken Ich-Botschaften auch unehrlich und aufgesetzt.

Gerade, wenn der Partner wirklich Mist gebaut hat, solltet ihr es benennen. Ein einfaches Beispiel wäre: “Ich fühle mich ein bisschen komisch damit, immer deine dreckigen Teller abzuwaschen und deine dreckigen Socken einzusammeln.” Das ist natürlich Schwachsinn.  Da sollte man ehrlich mit sich und dem anderen sein und einfach sagen: “Ich bin hier nicht deine Hausfrau, Bürschchen.” Außerdem ist es wichtig, beim Streiten nicht um den heißen Brei zu reden. Wenn es einen Streitpunkt gibt, dann streitet, um diesen zu klären und nicht, um ihn zu vermeiden.

Kompromisse finden

Findet einen Kompromiss! Wenn ihr ständig Streit in der Beziehung habt, der sich um unnötige Kleinigkeiten dreht, liegt es vielleicht daran, dass ihr beide zu unnachgiebig seid. Kompromisse bedeuten, sich entgegen zu kommen. Damit zeigt man dem anderen, dass es nicht egal ist, was er sich wünscht. “Gesund streiten” bedeutet, dass man die Bedürfnisse des anderen nicht abkanzelt oder herunterredet, sondern ernst nimmt.

Ein Beispiel für einen klassischen Kompromiss: Person A regt sich darüber auf, dass Person B nie mit auf Familienfeiern kommt, Person B findet sein Wochenende heilig und hat keine Lust, auf allen Hochzeiten zu tanzen, im wahrsten Sinne. Was nun? Man könnte ausmachen, dass Person B nur einmal im Monat mitkommt und den Rest der Wochenenden seine Ruhe vor dem Familientrubel hat. Auf diese Weise ist Person A nicht mehr so unzufrieden und kann vor ihrer Familie mit dem Partner angeben und Person B kommt Person A entgegen. Happy ending so far. In gesunden Beziehungen können übrigens beide Personen ihre Maßstäbe anlegen, auch wenn der andere diese nicht teilt.

Werdet nicht persönlich

Beleidigt einander nicht, vor allem nicht unter der Gürtellinie. Macht euch nie über die Schwächen des anderen lustig. Es gibt Dinge, die ihr impulsiv sagt, nur um den anderen zu verletzen. Diese Dinge könnt ihr nicht so schnell wieder zurücknehmen. Ihr solltet niemals, wirklich niemals ausnutzen, dass ihr die wunden Punkte des Anderen kennt. Das Ihr seid gerade in einem Ausnahmezustand. Doch ihr liebt diesen Menschen nicht ohne Grund, und eine Auseinandersetzung geht irgendwann vorbei. Verletzungen hinterlassen Spuren. Ihr habt also auch eine gewisse Verantwortung füreinander, auch wenn ihr gerade richtig wütend seid.

Achtet dabei auch darauf, wer wie viel Redezeit hat. Wenn in einer Auseinandersetzung nur eine Person spricht und die andere nicht zum Zug kommt, dann läuft etwas schief. Außerdem: Anders als Beleidigungen ist Anschreien in wütenden Momenten erlaubt. Es darf nur nicht die Regel werden, dass ihr einander anbrüllt.

Geht aus der Situation raus

Damit kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt: Abstand! Wenn die Luft dick ist und ihr nur noch alles kurz und klein schlagen wollt, macht eine Pause! Verlasst besser die Situation. Wut verraucht schnell, wenn sie nicht gefüttert wird. Nehmt eine Auszeit. Manche gehen joggen, andere hören Musik, andere checken Facebook oder starten eine Fastfood-Orgie. Bitte versucht nicht, von unterwegs eurem Partner WhatsApp-Romane zu schreiben. Wenn ihr die Tür hinter euch zugeknallt habt, beschäftigt euch erstmal mit etwas anderem oder vermeidet zumindest die direkte Kommunikation.

Manchmal hilft es auch, woanders zu übernachten, falls ihr zusammenwohnt. Lasst euch ruhig Zeit. Jetzt nachtreten wäre ein Fehler.

Selbstreflexion ist ein guter Anfang

Wenn ihr wieder klar denken könnt, solltet ihr vielleicht nicht nur über das nachdenken, was euer Partner da wieder verbockt hat, sondern auch über das, was ihr selbst vielleicht anders hättet machen sollen. Das ist ein guter Anfang, um zu verhindern, dass sich derselbe Streit wieder und wieder wiederholt.
Bei tiefer liegenden Konflikten solltet ihr euch aussprechen. Wieso nagt dieses Thema so an euch? Was könnt ihr beim nächsten Mal besser machen? Wie kann man diesen Streit vermeiden?

Streit in der Beziehung vermeiden, geht das überhaupt?

Nein. Ihr könnt jedoch vermeiden, dass jedes Mal etwas kaputt geht, egal ob eure Teller oder euer Herz. Ihr könnt auf Augenhöhe streiten. Ihr könnt aus Dramen Diskussionen machen. Aus Konflikten Meinungsverschiedenheiten. Versucht herauszufinden, worin ihr euch uneinig seid, um dann zu lernen, aufeinander zuzugehen. Wenn ihr euch über eine  ausgedrückte Zahnpastatube gestritten habt, geht es meistens eigentlich um etwas ganz anderes. Erforscht die wahren Gründe. Traut euch, ehrlich zu sein!

Wir schaffen das nicht allein! Wann es sinnvoll ist, Hilfe zu holen

Diese Regeln sind natürlich unvollständig und eignen sich für Beziehungen, die grundsätzlich von gegenseitigem Respekt geprägt sind. Falls euer Problem tiefer liegt und die immer wieder kehrenden Streits eure psychische und körperliche Konstitution beeinträchtigen, braucht ihr vielleicht Hilfe.

Streit in der Beziehung kann frustrierend und seelisch extrem belastend sein, und manchmal findet man den Weg aus dieser Dynamik nicht mehr selbst. In diesem Fall kann eine Paartherapie helfen, Knoten zu lösen. Weiter unten findet ihr Seiten, Nummern und Adressen, die euch weiterhelfen könnten. Wichtig ist auch, dass beide wollen. Alleine kann man keine Beziehung retten. Traurig, aber wahr.

Was ist, wenn ich in einer destruktiven Beziehung gefangen bin?

Ihr seid euch grade gar nicht sicher, ob ihr diese Beziehung überhaupt noch wollt? Ihr habt sogar Angst vor eurem Partner oder ihr wisst nicht, wie ihr mit einer Trennung umgehen könntet?
Wenn Angst der Grund dafür ist, in Streits nachzugeben, ist das ein ernstes Problem. Euer Partner sollte niemals so dominant sein, dass ihr euch davor fürchtet, eure Meinung zu sagen oder ihn zu verärgern. Eine Grenze ist auch dann überschritten, wenn es zu körperlicher oder seelischer Gewalt kommt. 

Wenn ihr Hilfe braucht, oder nicht wisst wie ihr eure Situation bewerten sollt, kann euch ein Beziehungsratgeber aus dem Internet eher wenig helfen. Wendet euch an spezielle Beratungsstellen, die anonym und oft auch am Telefon beraten. Dort könnt ihr über eure Situation sprechen. Ihr findet hier eine Liste an Beratungsangeboten.

 

 

LOVE RECORDS PLUS

Gemeinsam noch glücklicher werden?

Lerne mit unseren real-life Sextutorials von Love Records Plus.
Probiere es aus, melde dich jetzt an und erhalte ein Tutorial gratis!
!

JETZT GRATIS TUTORIAL SEHEN