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Sexualaufklärung und Medienerziehung

Es scheint, als wäre die Kluft zwischen Eltern und der Generation ihrer Kinder größer denn je. Schon die heute 30-jährigen sind schließlich noch mit Musikkassetten, Telefonzellen, BRAVO und Peter Lustig aufgewachsen. Um als naturgemäß neugierige Heranwachsende an Pornos zu kommen (oder zumindest etwas, was dem ähnlich war), musste man noch den Papiermüll des Zeitschriftenhändlers durchwühlen, Internet gab es 20 Minuten täglich über den Familienrechner. Der obszönste Inhalt, den man mit dem Nokia verschicken konnte, bestand aus vier Klammern und zwei Punkten. Zumindest im Nachhinein scheint das Ganze extrem ungefährlich.

Im Vergleich zu der Generation, die nur 10 Jahre jünger ist, sind die heute 30-jährigen Steinzeitmenschen.

Die Tatsache, dass die Generationen, die nach 2000 geboren sind, mit Sozialen Medien, Smartphones, Tablets und YouTube aufwachsen, verändert für Eltern alles: Während die Computer in den 90ern und nuller Jahren oft noch in familiären Gemeinschaftsräumen standen, Internet pro Minute bezahlt wurde und eine weitestgehend klare Trennung von On- und Offlineleben existierte, besteht diese Trennung für die Jüngeren nicht mehr. Das ist ein Vorgang, der nicht mehr rückgängig zu machen ist: Eltern können ihren Kids den Zugang zum Internet schwer verbieten, da internetfähige Geräte den meisten Kindern und Jugendlichen leicht zugänglich sind, wenn nicht zu Hause, dann auf dem Schulhof, im Internetcafé oder bei Freunden. Verbote hätten ohnehin wenig Sinn. Das Internet ist heute normaler Bestandteil des Lebens geworden. Besonders im Schulkontext sind Onlineangebote außerdem zunehmend relevant: Referate werden online recherchiert, Hausaufgaben erledigt, Lern-Apps genutzt und Lerngruppen bei WhatsApp organisiert. Grundsätzlich haben interessierte Jugendliche heute tolle Möglichkeiten, online schnell und einfach an Informationen über ihr Lieblingsthema oder ihr Hobby zu kommen.

Eltern müssen Kinder auf das Internet vorbereiten.

Für viele Eltern stehen die Bedenken bezüglich der Mediennutzung ihrer Kids dennoch im Vordergrund, denn die Gefahren sind vielfältig: Frühzeitige Konfrontation mit Pornographie, Mobbing in sozialen Medien, gefährliche virale Trends, unseriöse Angebote, Cyber Grooming und sozialer und emotionaler Druck durch unrealistische Vorbilder sind nur einige der präsentesten Probleme. Zwar gibt es besonders für Kinder auch Filtersoftware, diese tut ihren Nutzen allerdings nur, bis sie gelernt haben, die Software eigenständig zu umgehen. Auch filtern solche Programme zwar explizite Inhalte, können die Kids jedoch kaum umfassend vor den Gefahren der sozialen Medien schützen. Um einen eigenverantwortlichen, reflektierten und selbstbewussten Umgang mit dem Internet zu fördern, hilft vor allem eins: gute Aufklärung.

Medienaufklärung und Sexualaufklärung gehen Hand in Hand

Die Aufklärung über verantwortungsbewusste Mediennutzung geht dabei Hand in Hand mit der Sexualaufklärung – nicht zuletzt, weil das Internet für viele Heranwachsende ein eigener, intimer Raum ist, in dem auch die eigene Auseinandersetzung mit Sexualität in all ihren Facetten stattfindet. Jugendliche nutzen Studien zufolge vorrangig Wikipedia und YouTube zur Sexualaufklärung, dennoch werden sie häufig auch schon früh mit Pornographie konfrontiert. Studien zufolge ist dieser erste Kontakt häufig ungeplant, was für Eltern bedeutet, das Kids schon vor diesen Begegnungen über Pornographie aufgeklärt sein sollten. Weitere Informationen darüber wie Jugendliche online mit sexuellen Darstellungen in Kontakt kommen, finden Sie hier.

Doch eine Reduzierung der Thematik der Sexualität im Internet auf Internetpornographie würde der Sache nicht gerecht. Schließlich kann Sexualität weder auf den Sexakt, noch auf die Darstellung expliziter Inhalte beschränkt werden. Sexualität ist vielfältig und betrifft viele zentrale Bereiche der jugendlichen Entwicklung. Dazu gehören auch der Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Grenzen, die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins, die Entwicklung des eigenen Körpergefühls, der Umgang mit den Entwicklungen des eigenen Körpers und emotionale Thematiken. So hängen bei Teenagern technische Themen zu Praktiken, Verhütung und dem erstem Mal eng mit Fragen von Selbstbild, Liebe und Gefühlen zusammen. In der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität stellen Onlineangebote heute einen wichtigen Faktor für Jugendliche dar. Das WWW, Messenger Apps und soziale Medien geben Kids die Möglichkeit, sich auszuprobieren, mit Identitätsmodellen zu spielen, mit anderen zu kommunizieren und ihre Stellung im sozialen Umfeld zu testen.

Eine besondere Stellung haben hierbei soziale Medien. Hier gehen Kommunikation, die Suche nach Vorbildern und Selbstdarstellung Hand in Hand. Für Teenager ist das nicht immer konfliktfrei. Die ständige Konfrontation mit der Außenwelt erzeugt ganz eigene Fragen: Wie sieht mein eigener Körper aus, welche Ideale werden mir über verschiedene Kanäle präsentiert? Welchen Rang hat Schönheit für meinen eigenen Wert? Wieso ist Person x messbar beliebter als ich? Was zeige ich von mir? Relevante Phänomene für Teenager sind auch sexuelle Belästigung im Internet und der Umgang mit Gruppendynamiken in Chats und auf sozialen Medien, sowie die Gefahr des Mobbings.

Was können Eltern tun?

Für Eltern ist es wichtig, zu wissen, auf welchen Plattformen ihre Kinder sich angemeldet haben, selbst aktiv sind oder sich als passive Nutzer aufhalten. Auf projuventute können Eltern sich unter Anderem über die jeweiligen Charakteristika der beliebtesten Plattformen Snapchat, Instagram, Facebook und YouTube informieren. 

Was ab wann?

Die Faustregel für Medienkonsum lautet 3-6-9-12: Kein Bildschirm vor 3 Jahren, keine Videospiele vor 6 Jahren, kein Internet vor 9 und kein selbstständiges Surfen vor 12. Diese Regel ist natürlich nicht ohne weiteres durchzusetzen, gerade weil Kinder im Zweifel durch Freunde Zugang zum Internet haben und weil Kinder und Jugendliche naturgemäß neugierig sind. Die 3-6-9-12-Regel wurde vor allem auch in Hinblick darauf entwickelt, dass Kinder lernen sollten sich auf verschiedensten Arten zu betätigen: durch Lesen, Sport, Kontakt mit der Natur, Spiele und Familienaktivitäten. In Hinblick auf die Medienerziehung ist dabei wichtig frühzeitig mit Kindern über Themen zu sprechen, die für sie als Teenager erst richtig relevant werden: Um sie auf die Zeit vorzubereiten, in der die Eltern nicht mehr die ersten Ansprechpersonen sind.

Für mehr Informationen empfehlen wir die Seiten von projuventute, medienaufklärung.ch, mediennutzungsvertrag.de und klicksafe.de.

 

 

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