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Toast zusammengefaltet wie ein Penis.

Fünf Tipps für richtig schlechten Sex

Warum “schnelle Sextipps” aus Frauenmagazinen (meistens) für die Tonne sind.

Seit seinem vierten Seitensprung fluppt es im Bett nicht mehr so? Durch Dauerstress, verhaltenskreative Kinder und Uralt-Rollenbilder hat die Ehe Dynamiken entwickelt, die jede Klitoris schrumpfen lassen wie eine Rosine? Kein Problem: Probiert es doch mal mit Dirty Talk, oder bezieht einen Eiswürfel mit ins Liebesspiel ein!

Klingt unlogisch? Ist es auch.

Viele Paare kommen irgendwann im Laufe ihres Lebens mal an den Punkt, an dem sie irgendein früheres Stadium ihres Sexlebens vermissen. In den meisten Beziehungen lässt die Lust aufeinander mit den Jahren nach, oder verändert sich. Mangels ausreichender Fähigkeit zur Kommunikation wird dann eines Tages “besserer Sex” gegooglet, und voilá, da ist er: Ein Artikel á la “Mit diesen 10 Tipps wird ihr Sexleben garantiert wieder so aufregend wie am ersten Tag”. Da steht dann, man solle sich einfach mal einen schönen Abend zu zweit nehmen, den Gatten nach der Arbeit im Schlübbi empfangen oder Zitronen-Gleitgel kaufen. Klingt erstmal nett, ist aber meistens völlig realitätsfern. Guter Sex erfordert keine 08/15-Tipps, sondern vor allem eine gute und ehrliche Beziehung und sehr viel Bereitschaft zu konstruktiver Auseinandersetzung. Trotzdem finden wir: es kann nicht schaden, das eine oder andere No-Go zu kennen.

Muskulöser Mann küsst leidenschaftlich attraktive Frau in Dessous. Beide liegen auf den Boden.Was soll das eigentlich? Niemand von uns sieht so aus, wenn er Sex hat. Lasst das bitte.

1. Kalorien zählen

 beim Sex

Wusstet ihr, dass ihr in der Reiterstellung 500 Kalorien stündlich verbrennt, plus Orgasmus-Bonus? Ja? Dann vergesst das am Besten ganz schnell wieder. Erstens: Sex ist am Besten, wenn wir uns dabei fallen lassen können. Wenn wir uns darauf konzentrieren, wie sich unsere Körper fühlen und sich anfühlen, statt darauf, wie sie angeblich aussehen sollten. Es mag sein, dass man abnimmt, wenn man eine Stunde täglich mit ausdauerndem Gevögel verbringt. Wir finden aber: Sex sollte man ausschließlich haben, weil man Sex haben möchte. Wer gegen Übergewicht kämpft, oder gerade sein Wettkampfgewicht erreichen muss, kann natürlich gern Kalorien zählen. Aber bitte nicht beim Sex.

2. Den Partner/Die Partnerin mit völlig unpassenden Bett-Ideen überfallen



“Einander die Augen zu verbinden kann sehr prickelnd sein. Wenn ihr Mann aus dem Büro kommt, empfangen Sie ihn zärtlich an der Tür, fahren Sie ihm durchs Haar und verbinden Sie ihm die Augen mit seiner Krawatte. Seine Lust ist garantiert.” So oder so ähnlich sehen Tipps aus, die Frauen gegeben werden, die doch einfach nur gerne befriedigenderen Sex hätten. Wir haben da ein bisschen was einzuwenden. Erstens: Wir leben nicht mehr in den 50er Jahren. Guter Sex erfordert neben Hingabe auch Selbstbewusstsein und Autonomie. Was guter Sex nicht ist: Den ganzen Tag mit Auflauf im Ofen und Reizwäsche unter der Schürze darauf zu warten, es dem Gatten bei Feierabend schön zu machen. Zweitens: Alle Beziehungen haben ihre ganz eigenen Dynamiken. Es kann ziemlich irritieren, von der Partnerin oder dem Partner unvermittelt mit neuen “Bett-Ideen” überrascht zu werden, die geradezu schreien: “Baby, ich hab ‘Sex-Ideen für Langweiler’ gegooglet!” Das heißt nicht, dass es im richtigen Moment nicht sehr schön und anregend sein kann, überrascht zu werden. Erotische Überraschungen müssen aber in die Stimmung und zur Beziehung passen. Sie können nicht geplant werden wie ein Wochenendeinkauf oder ein Hausarbeits-Streik.

3. Sich zu etwas überwinden, was keinen Spaß macht



“Tun Sie auch mal etwas, was Ihnen nicht so gut gefällt – als Liebesdienst. Dafür fordern Sie das nächste Mal einen sexy Gefallen von ihm!” Das Magazin Mylife weiß: Der Königsweg zu gutem Sex ist schlechter Sex. Genauso gut könnte man behaupten, der Verzehr verdorbener Lebensmittel würde den Appetit anregen. So wie unser Körper uns aber nicht ohne Grund davon abhält, verschimmeltes Brot zu essen, hat unsere Psyche Gründe dafür, beim Sex Grenzen zu setzen. Dementsprechend ist es völliger Bullshit, besseren Sex dadurch erreichen zu wollen, dass man Dinge tut, die man gar nicht will. Ganz im Gegenteil ist Sex am Besten, wenn beide Partner zusammen herausfinden, worauf sie wirklich Lust haben. Wer beim Sex in Kauf nimmt (oder sogar Spaß daran hat), dass die Grenzen des Anderen missachtet werden, ist übrigens einfach nur ein Arschloch. Sonst nichts.

4. Druck aufbauen



Unsere Libido macht, was sie will. Sie überrascht uns bei der falschen Person oder unverhofft im Büro. Und manchmal ist sie in den Ferien, wenn wir endlich einen Abend alleine mit Partner oder Partnerin haben. Es gibt viele Faktoren, die darauf einwirken, ob wir Lust empfinden: Unser Stresslevel, der Zyklus und natürlich verschiedenste Emotionen. Wenn die Libido mal ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate weg ist, ist das völlig normal. Natürlich ist es ärgerlich, wenn wir mit unserem Partner oder der Partnerin ein romantisches Wochenende in den Alpen geplant haben, und auf einmal mehr Lust auf Obazda und Schweinebraten haben als auf Sex. Das Sinnvollste ist aber dann, die Situation einfach zu akzeptieren, wie sie ist. Je weniger Angst uns Libidoschwankungen machen, desto größer auch die Chance darauf, dass wir unsere Sexualität weiterhin unbeschwert genießen. Übrigens: Natürlich haben wir alle manchmal Sex, der uns nicht völlig überwältigt. Wer aber wirklich keine Lust hat, ist gut damit beraten, das einfach auszusprechen. “Ich fühle mich nicht so nach Sex” ist ein total akzeptabler Satz, auf den es nur eine gültige Reaktion gibt: “Okay.”

5. Die eigenen Bedürfnisse nicht so ernst nehmen



“Überrasche ihn doch mal mit geeisten Früchten”, “Geh mal wieder Dessous shoppen” oder “Wie wärs mal mit Anal?” Die meisten Tipps für Frauen, die besseren Sex wollen, zielen darauf ab, den Partner zu verführen, oder ihm zumindest seine Bedürfnisse zu erfüllen. Natürlich, es kann extrem befriedigend und aufregend sein, jemanden verrückt nach sich zu machen. Wenn wir aber wirklich intensiv an unserem Sexleben arbeiten wollen, genügt es nicht, IHN (die Welt der Frauenmagazine ist heterosexuell) auf immer neue, kreative Arten zu umgarnen. Vielmehr müssen wir uns immer wieder neu damit auseinandersetzen, was wir selbst wollen und brauchen, und unsere Lust an uns selbst nicht verlieren. Neue Bedürfnisse herauszufinden und vor dem Partner zu artikulieren ist nicht immer einfach, und erfordert Mut und Empathie. Beides sind Fähigkeiten, die weitaus wertvoller sind, als sich die Nippel mit perfekten Schleifen aus Schlagsahne garnieren zu können.



 

Svenja

 

 

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