product

Libidoverlust: Kein Bock mehr auf Sex – was kann ich tun?

Mehr Tutorials mit
Love Records Plus sehen!

Respekt und Ehrlichkeit statt Ausreden: Wie wir uns Schwankungen des Lustempfindens gemeinsam stellen können.

So mancher von euch hat sicher schon mal „Migräne“ gehabt, wenn der Partner Sex wollte. Manchmal hat man eben keine Lust oder man fühlt sich gerade unwohl in seinem Körper. Das könnt ihr übrigens auch einfach sagen, dafür braucht ihr keine Ausrede! Oder ihr habt keine Lust, weil ihr einfach in Ruhe eure Netflixserie weiterschauen wollt. Libidoverlust kommt bei jedem einmal vor und ist kein Grund zur Beunruhigung. Was aber, wenn diese Phase andauert? Wenn man einfach keine Lust hat und das über eine längere Zeit hinweg? Die Gründe für einen Libidoverlust sind vielfältig und können in manchen Fällen zu einer Belastungsprobe für die Beziehung werden.

Libidoverlust was ist das?

Der sogenannte Libidoverlust betrifft, statistisch gesehen, in etwa jedes zehnte Paar. Außerdem geht man davon aus, dass 30 Prozent der Frauen zwischen 18 und 59 Jahren das Problem kennen zwischen 14 und 17 Prozent der Männer. Die Libidostörung ist eine der häufigsten sexuellen Funktionsstörungen. Sie ist nicht zu verwechseln mit Asexualität oder erektiler Dysfunktion, einer Potenzstörung beim Mann.

Sexuelle Unlust ist eigentlich keine Krankheit, solange man nicht darunter leidet. Trotzdem ist es jedoch ein gesellschaftlich geformtes Ideal, immer zu wollen und zu können. Eines, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Besonders Männer fühlen sich häufig dem Druck ausgeliefert, immer eine Mega-Performance hinzulegen, immer zu kommen und natürlich auch immer einen hoch zu kriegen. Es ist schwierig, gerade innerhalb einer Beziehung, wenn der eine immer will und der andere nie. Man fragt sich was eigentlich los ist. Man hatte es doch mal. Es war schön. Und man vermisst es. Und auf einmal: nichts mehr. Damit muss man natürlich erstmal klarkommen.

Dazu kommt: Häufiger Sex ist in unseren Köpfen oft untrennbar mit einer funktionierenden Beziehung gekoppelt. Fragt euch deshalb immer: Stört es mich, dass ich keinen Sex habe, weil ich keinen Sex habe oder weil ich denke, es gehört sich eigentlich so, mindestens zwei Mal die Woche bis zu Erschöpfung in den Laken zu toben.

Ursachen für sexuelle Unlust

Zunächst ist es wichtig zuerst die Ursachen für das Ausbleiben der Lust zu erforschen. 

Da wäre zum Beispiel Stress. Ihr schreibt grade eure Bachelorarbeit und habt beruflich oder privat viel um die Ohren. Klar, dass einem da auch mal die Lust auf Sex vergehen kann.
Trauer gehört ebenso zu den Ursachen des Libidoverlust, manchmal auch Liebeskummer. Es gibt eine Reihe von psychischen Erkrankungen, die sich unter Umständen auf die Libido auswirken können. Dazu gehört die Depression, Essstörungen, Angststörungen und Traumata. Gerade für Frauen, die Gewalt erlebt haben, kann sich das auf das Lustempfinden und die Fähigkeit, Sexualität zu genießen, auswirken. Und damit muss dann natürlich auch der Partner oder die Partnerin einen sensiblen Umgang finden.

Sexuelle Unlust kann jedoch auch körperliche Gründe haben. Dazu gehören Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Überproduktion gewisser Hormone, chronische Erkrankungen. Bei chronischen Erkrankungen leidet zusätzlich oft die Psyche und das Körperbewusstsein. Das wirkt sich dann noch mehr auf das Fehlen der Libido aus. Alkohol- und Drogensucht gehören übrigens ebenfalls zu den Auslösern. Genauso wie Medikamente. Da wären zum Beispiel Antidepressiva und bei Frauen natürlich auch natürlich auch die Pille.

Prinzipiell sollte man immer ärztlichen Rat suchen, wenn man unter einer Krankheit oder Nebenwirkungen eines Medikaments leidet. Manchmal hilft eine Umstellung oder Zusatzbehandlung gegen die Beschwerden. Die gängigen Antibabypillen sind derzeit sehr in der medialen Kritik. Falls ihr weiblich seid und den Verdacht habt, eure Unlust könnte mit der Einnahme der Pille zu tun haben, kann es sich lohnen, euch dahingehend nochmal von eurem Frauenarzt beraten zu lassen. Dort erfahrt ihr im Idealfall alles über eine hormonfreie Alternative.

Libidoverlust, was hilft ?- Setzt euch neu(gierig) mit eurer Sinnlichkeit auseinander

Wie kann man seine Libido steigern? Druck ist Gift für die Libido. Wenn ihr selbst betroffen seid: Setzt euch auch selbst nicht unter Druck. Die Libido wiederfinden ist möglich, braucht jedoch Zeit und manchmal auch professionelle Hilfe – gerade, wenn psychische Erkrankungen die Ursache sind.

Wenn der Partner oder die Partnerin unter einem oder mehreren dieser Probleme leidet, stresst ihn nicht! Macht ihm keine Vorwürfe und jammert rum, dass ihr unbefriedigt seid. Das wird das Problem nicht lösen. Was hilfreich sein kann, ist, sich gemeinsam neu mit seiner Lust auseinanderzusetzen.

Die Sexualtherapeutin Angelika Eck hat dazu in der ZEIT gesagt: „Nähern sie sich ihm sinnlich an, mit einer Haltung der Neugier.“

Wenn wir mit jemandem lange zusammen sind, verliert die Person den Reiz des „Neuen“. Es ist schön, dieses „Neue“ wieder zu finden und zu versuchen, sich und den anderen neu und anders kennen zu lernen. Dasselbe gilt auch für euch selbst: Seid neugierig auf euch selbst, beschäftigt euch mit dem, was euch gut tut. Auch abseits von Sexualität. Wichtig ist, dass ihr euch mit euch und eurem Körper positiv auseinandersetzt und wohlfühlt. Eine sinnliche Begegnung mit eurem eigenen Körper ist eine schöne Erfahrung und kann Lust auf mehr machen.

Ideen einbringen und aus alten Mustern ausbrechen

Manchmal ist jedoch einfach nur der Alltagstrott der Grund dafür, dass es im Bett nicht mehr so läuft.Vielleicht habt ihr erotische Phantasien, über die ihr euch nicht traut, mit eurem Partner zu reden. Doch nach vielen Jahren Beziehung auf einmal mit neuen Bettsport-Ideen um die Ecke zu kommen ist vielen peinlich.

Wie kommuniziert man eine Phantasie oder einen erotischen Wunsch? Natürlich solltet ihr nicht mit der Tür ins Haus fallen nach dem Motto: “Ey, Bock auf einen lasziven Lederfummel?” Es geht eher darum, dem anderen seine Wünsche und Bedürfnisse zu kommunizieren oder umgekehrt, einfühlsam mit dessen Phantasien umzugehen. Haltet euch auch mal einen Abend frei, nur um schöne Sachen zusammen zu machen. Kein Netflix, kein Kino, keine Party, sondern nur ihr zu zweit. Vielleicht solltet ihr ja auch einfach mal wieder was entdecken. Massiert euch ausgiebig. Vielleicht macht euch das Lust. Und wenn nicht, seid ihr wenigstens tiefenentspannt!

Oder: Dreht das ganze um! Nehmt euch einen Abend Zeit, in dem ihr euch um euch kümmert. Massieren, herumliegen, Musik hören, alles was schön ist, mit einer Einschränkung: Ihr dürft auf gar keinen Fall Sex haben. Sex ist ausgeschlossen. Das kann nämlich beiden den Druck nehmen: Den Druck, etwas abliefern zu wollen, und den Druck, darauf irgendwie zu hoffen. Probiert es mal aus, vielleicht tut es der Intimität und Zweisamkeit gut. Guckt euch doch mal in der Kategorie „Tipps und Techniken“ um. Dort findet ihr einiges an Inspirationen.

Wann kommt meine Lust zurück?

Dafür gibt es leider kein Patentrezept. In der Regel geht sexuelle Unlust nach einigen Wochen oder Monaten vorüber. Wenn nicht und es belastet euch sehr, kann es helfen, euch einen geschulten Ansprechpartner*in zu suchen. Diese*r gibt euch Rat zu eurem Problem und erklärt euch, wie ihr weiter vorgeht. Unter „Beratung“ findet ihr eine Liste von Angeboten, die in so einem Fall weiterhelfen können.

Gerade in Hinblick auf psychische Ursachen können wir euch natürlich nur ein paar sehr grundlegende Infos geben. Und Kopf hoch: Bei Libidoverlust handelt es sich natürlich nicht immer gleich um eine Krankheit. Es ist außerdem relativ häufig, dass der Sex innerhalb einer Beziehung mit den Jahren weniger wird.

Wenn ihr Fragen zu diesem Video habt, oder zu anderen Themen, schreibt uns gerne eine Mail! Wir freuen uns auf eure Zuschriften!

Entdecke dich selber und deine Leidenschaften mit der Love Records Plus Mitgliedschaft

Erhalte 30 Tage kostenlosen Zugang und genieße unbegrenzten Zugang zu allen Tutorials - alleine oder gemeinsam

GRATISMONAT STARTEN