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Illustration: Julia Pustet

Basics: Kinder und soziale Medien

Egal ob auf Instagram, Facebook, Snapchat oder YouTube: Kinder und Jugendliche brauchen im Internet besonderen Schutz. Eine gründliche und umfassende Medienerklärung durch die Eltern ist unablässig, wenn ihre Kinder lernen sollen, verantwortungsvoll und sicher zu surfen. In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Basics zum Thema Kinder und Soziale Medien zusammengefasst.

Gemeinsame Auseinandersetzung mit den Apps, die ihr Kind nutzt

Es ist wichtig, sich mit Ihrem Kind gemeinsam mit Onlineangeboten auseinanderzusetzen und an diesem Bereich seines Lebens teilzuhaben. Zeigen Sie deshalb von Beginn an Interesse für die Anwendungen die ihr Kind nutzt, lassen Sie sich seine Lieblings-Apps zeigen und informieren Sie sich darüber. Wenn Ihr Kind anfangen sollte, sich für soziale Plattformen wie YouTube und Instagram zu interessieren, lassen Sie sich Profile und Channels zeigen, die Ihr Kind gerne sieht. Sprechen Sie mit ihm über die Inhalte und finden Sie heraus, was Ihr Kind daran anziehend findet. Die Chance, dass Ihr Kind Sie als Ansprechpartner wahrnimmt, ist am größten, wenn Sie kompetent und interessiert auftreten. Lassen Sie ihrem Kind jedoch ab einem gewissen Alter auch Freiräume im Internet und zeigen Sie ihm, dass Sie seine Privatssphäre respektieren. Die 3-6-9-12-Regel bietet in dieser Hinsicht eine gute Orientierung. (Link, sobald Artikel geschrieben ist) Eine Möglichkeit, das Internetverhalten des Kindes auf Vertrauensbasis zu regeln, ist der Mediennutzungsvertrag.

Altersbeschränkungen

Facebook, Instagram, Snapchat und die Playback-App TikTok richten sich an Jugendliche ab 13 Jahren. Gerade weil es ein leichtes ist, diese durch Angabe falscher Daten zu umgehen, sollten Eltern auf ihrer Einhaltung bestehen.

Erstes Profil gemeinsam erstellen

Wenn Kinder alt genug sind, sich ein Profil in sozialen Netzwerken zuzulegen, sollten Eltern sie dabei begleiten. Empfohlen wird sogar, dass Eltern die Profile gemeinsam mit ihren Kids erstellen. Gehen Sie mit ihrem Kind alle Einstellungen durch, und setzen Sie sich mit den Privatssphäre-Einstellungen auseinander. Das erste Profil Ihres Kindes sollte in keinem Fall auf öffentlich gestellt werden, da es wichtig ist, dass ihr Kind zunächst Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf die eigenen Bilder und Daten erlernt. Sie können sich darauf einigen, das Thema Privatssphäre und öffentliche Profile in einem festgesetzten Zeitraum erneut zu besprechen. Viele junge Jugendliche haben nämlich Interesse an öffentlichen Profilen, da diese grundsätzlich mehr Likes und Follower sammeln.

Zeit

Sprechen Sie eine Zeit ab, die ihr Kind täglich mit sozialen Medien verbringen darf.

Inhalt

Einigen Sie sich auf Inhalte, die ihr Kind konsumieren und selbst hochladen darf. Legen Sie beispielsweise fest, dass ihr Kind keine gewaltverherrlichenden, sexistischen, rassistischen oder beispielsweise antisemitischen Accounts followen darf. Für die Fotos, die das Kind selbst hochlädt, sollte gelten: Keine Unterwäsche, keine Bikinis (auch nicht beim Spielen im Urlaub), keine Fotos des Wohnhauses.

Kontext

Einigen Sie sich auf handy- und tabletfreie Zeiten und Orte und halten Sie sich daran. Dazu kann etwa das Familienauto zählen, das gemeinsame Essen und gemeinsame Spaziergänge, Unternehmungen oder Erledigungen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind stets mit allen Sinnen gefordert wird und nicht lernt, sich vor allem über das Telefon mit der Außenwelt auseinanderzusetzen.

Regeln zur Sicherheit:

1. Keine Ortsmarkierungen:

Legen Sie fest, dass Ihr Kind die Funktion der Ortsmarkierung nicht benutzt. Insbesondere gilt das für die Schule, Sportsvereine, den Wohnort und natürlich das Elternhaus sowie das eigene Viertel.

2. Bei Freundschaftsanfragen von Fremden werden die Eltern zu Rate gezogen:

Aus Schutz vor Cyber Grooming ist es wichtig, dass Ihr Kind lernt, Freundschaftsangeboten und Kontaktaufnahmen durch Fremde grundsätzlich zunächst vorsichtig zu begegnen. Eine Lösung hierfür kann sein, dass Kinder ihre Eltern über alle Freundschaftsanfragen informieren, die nicht durch Personen erfolgen, die dem Kind durch die Schule oder Freizeit bekannt sind. Sehen Sie sich in so einem Fall das Profil gemeinsam an und vermitteln Sie dem Kind, dass Informationen auf sozialen Medien nicht immer vertrauenswürdig sind und sich JedeR hinter einem Profil verbergen könnte.

3. Sicherheit gegen Cyber Grooming:

Sprechen Sie mit ihrem Kind über Cyber Grooming und erklären Sie ihm, wie derartige Annäherungsversuche funktionieren. Stellen Sie sich als vertrauensvoller Ansprechpartner zur Verfügung, falls Ihr Kind von Unbekannten auf unangenehme Art kontaktiert wird.

4. Keine persönlichen Daten:

Machen Sie ihrem Kind klar, dass alles, was es online postet, nicht mehr in seiner Kontrolle liegt. Sogar privat gepostete Bilder können theoretisch von Social-Media-Freunden gespeichert oder gescreenshottet werden. Ihr Kind sollte also nur Bilder von sich posten oder privat verschicken, zu denen es auch vor Lehrern, auf dem Schulhof oder vor anderen Kindern stehen könnte. Machen Sie ihrem Kind bewusst, dass dies auch für Bilder gilt, die im Vertrauen verschickt wurden.

5. Keine Klarnamen:

Social-Media-Profile, vor allem auf TikTok, Snapchat und Instagram, sollten völlig auf Klarnamen verzichten.

6. Keine Tags:

Manche Erwachsene versuchen, die Aufmerksamkeit eines Kindes zu bekommen, in dem sie es auf irgendeinem Foto verlinken. Auf diesen Fotos muss das Kind nicht einmal abgebildet sein, es wird aber sicherlich neugierig werden und möglicherweise antworten. Machen Sie ihr Kind mit Vorgehensweisen wie diesen vertraut. Entfernen Sie in solchen Fällen die Verlinkung und blockieren Sie gemeinsam den User. Erklären Sie ihrem Kind auch, dass die eigene Sicherheit durch Verlinkungen durch Freunde gefährdet werden kann. Denn ein Profil kann noch so verantwortungsvoll mit seinen privaten Daten umgehen, wenn das Kind nur durch eine Verlinkung in einen gewissen Kontext gebracht werden kann, ist es auf diesem Wege möglich, Details zu Freundeskreis, Schule und Wohnort in Erfahrung zu bringen.

7. Unangenehme User blockieren:

Machen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind mit der Blockier-Funktion vertraut und sprechen Sie ab, dass Ihr Kind zudringliche Fremde lieber zu oft als zu selten blockiert. Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes und machen Sie ihm klar, dass es niemandem etwas schuldet, und auch eine Kontaktaufnahme oder ein kurzes Gespräch zu nichts verpflichtet.

Wenn ein User penetrant den Kontakt zu Ihrem Kind sucht, melden Sie ihn der jeweiligen Plattform! Bei Fällen von Cyber Grooming können Sie den User auch bei der Polizei anzeigen.

8. Beispiele geben:

Sprechen Sie mit ihrem Kind über folgendes Szenario: Elisa aus München hat ein öffentliches Profil unter einem Fake-Namen. Zu einem Bild kommentiert die beste Freundin: „Siehst hübsch aus, Elisa“. Auf einem anderen Bild hat das Kind seinen Aufenthalt über die Ortsmarkierung mit „München Schwabing“ markiert. Auf einem dritten, älteren Bild sieht man Elisa mit seiner Freundin vor dem Haus der Eltern stehen. Mit im Bild ist auch das Auto der Eltern, dessen Kennzeichen nicht unkenntlich gemacht wurde. Für sich genommen erzählen die Bilder nicht viel, doch für einen Fremden wäre es ein leichtes, aus diesen drei Informationen zu schließen, wo das Kind genau wohnt und wie es mit ganzem Namen heißt. Natürlich wird in den meisten Fällen niemand auf die Idee kommen, solcherlei Daten zu erheben, und es ist wichtig, die Gefahren des Internets nicht zu überhöhen. Dennoch sollte ihr Kind begreifen, wie sensibel und wertvoll seine Daten im Zweifelsfall sind.

 

 

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