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Geschlechtskrankheiten

Safety first!

Das tückische an Geschlechtskrankheiten ist, dass man oft nicht weiß, dass man sie hat. Viele verlaufen monatelang nahezu symptomfrei. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig testen und untersuchen zu lassen. Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Chlamydien oder HP-Viren treten immer häufiger auf. Chlamydien, Gonorrhoe (auch Tripper genannt), Syphilis und HIV, wodurch Aids entsteht sind weltweit sehr verbreitetet. Man nennt Geschlechtskrankheiten, also sexuell übertragbare Infektionen auch (STI) und sexually transmitted diseases (STDS).

Das größte Problem von Sexuell übertragbaren Krankheiten ist meist, dass die Symptome der Krankheiten oft sehr spät auftreten und auch dann nicht klar zu deuten sind: Es kann sich schon um einen kleinen Ausschlag handeln, ein Ziehen beim Pinkeln oder um ein paar Knötchen – die möglicherweise nach einiger Zeit von selbst verschwinden. Geschlechtskrankheiten haben häufig die Eigenschaft, dass vom Zeitpunkt der Infektion bis zum tatsächlichen Ausbruch der Krankheit einige Zeit vergehen kann, im Falle einer HIV-Infektion sogar mehrere Jahre. So kommt es häufig zu einer Fehleinschätzung und die Infektion wird erst spät erkannt – während man jahrelang Sexualpartner anstecken kann. Einige Symptome, die auftreten können, aber nicht müssen, sind: Warzen, Geschwüre, Juckreiz und Hautveränderungen im Genitalbereich und am Hintern, Ausfluss aus Penis und Hintern, Schmerzen im Unterbauch oder Genitalbereich, Schmerzen und Brennen beim Pinkeln, Hautveränderungen und offene Stellen im Mund und Rachen. Solltet ihr diese Symptome bei euch bemerken und den Verdacht haben, es handelt sich um eine STI, sucht bitte umgehend einen Spezialisten auf. Bedenkt aber, dass einige Krankheiten, wie Syphilis oder HIV erst nach ca. 6-12 Wochen im Blut nachweisbar sind.

Schutz vor Geschlechtskrankheiten

Klar, die meisten wissen schon: Vor HIV schützt man sich am besten mit Kondomen. Und auch das Risiko, sich mit anderen mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, sinkt dadurch. Kondome benutzen ist also nie eine schlechte Idee und ihr solltet für alle Fälle ständig welche dabeihaben. Die schlechte Nachricht: Mit Syphilis, Gonorrhoe und Herpes kann man sich auch anders anstecken, zB. Durch Oralsex. Versucht auch also auch dabei zu schützen. Wenn bei euch eine Geschlechtskrankheit identifiziert wird,sollte sich auch der Sexualpartner untersuchen lassen: Sonst kann es zum sogenannten „Ping-Pong-Effekt“, der gegenseitigen Wiederansteckung – denn auch bei der erfolgreichen Behandlung einer Geschlechtskrankheit ist eine erneute Infektion nicht ausgeschlossen.

Ich bin in einer Beziehung oder habe regelmäßig Sex mit derselben Person. Wir möchten aber nicht immer ein Kondom benutzen, was tun?

Euer Liebesleben muss deshalb noch lange nicht langweilig werden: Bei Ärzten, vor allem solchen, die sich auf Geschlechtskrankheiten spezialisiert haben, oder anonym beim Gesundheitsamt könnt ihr und euer Partner*in euch einfach testen lassen. Wartet am besten die Nachweissperre ab. So seid ihr auf der sicheren Seite und könnt euer Liebesleben richtig genießen.

Kurze Fakten über die einzelnen Krankheiten

HIV

Es wird viel Vorbeugung und Aufklärungsarbeitet zum Thema HIV und AIDS geleistet. Und tatsächlich ist, im Gegensatz zu früher, heute in Deutschland (hier bitte englisches Pendant finden) kein Anstieg an Neuansteckungen mit HIV mehr zu verzeichnen – ein Rückgang aber leider auch nicht. Von HIV betroffen sind sowohl homosexuelle Menschen als auch heterosexuelle Menschen. Heute gilt die Infektionskrankheit jedoch nicht mehr als unmittelbares Todesurteil, was die Krankheit vor allem so gefürchtet macht, ist die anhaltende Stigmatisierung der Betroffenen.

Fachbegriff: Humanes Immundefizienz-Virus, englisch Human Immunodeficiency Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus, Menschliches Immundefekt-Virus. HIV ist ein Virus, der das Immunsystem der infizierten Person schwächt und dadurch das Risiko erhöht, andere Krankheiten zu bekommen. Eine Übertragung des HI-Virus erfolgt durch Kontakt mit den Körperflüssigkeiten Blut, Sperma (auch Präejakulat), Vaginalsekret (Scheidenflüssigkeit) sowie Muttermilch und Liquor Cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit).

Zwei bis sechs Wochen nach einer Ansteckung kommt es oft zu grippeähnlichen Symptomen – die aber auch ausbleiben können. Danach vermehrt sich das Virus im Körper, körperliche Symptome treten dabei nicht auf – diese „Latenzzeit“ dauert im Durchschnitt neun bis elf Jahre, kann aber auch schon nach Monaten zu AIDS übergehen. Von AIDS spricht man, wenn bei einer HIV-positiven Person bestimmte Infektionen oder bösartige Tumore auftreten. Für das gesunde Immunsystem sind diese Infektionen harmlos, der Körper von HIV-infizierten hingegen kann sich nicht mehr gegen die Krankheiten wehren – es ist „defekt“ (daher auch der Name). Ohne Behandlung führt AIDS meist zum Tod.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) Ende 2016 etwa 88.400 Menschen mit HIV. Geschätzte 12.700 von ihnen wissen bis heute nicht, dass sie infiziert sind. Seit man AIDS 1981 erstmals entdeckte und die Erkrankung sich auch in Deutschland ausbreitete, sind allein in Deutschland etwa 27.000 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion verstorben.

Chlamydien

Die Chlamydien-Infektion wird meist durch das Bakterium „Chlamydia trachomatis“ ausgelöst und hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Je nach Altersgruppe sind weltweit bis zu zehn Prozent der Bevölkerung mit Chlamydien infiziert. Das Bakterium verursacht Erkrankungen im Genitalbereich in Form von Juckreiz, Ausfluss, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, aber z. B. auch Entzündungen am Auge. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann bei Mann und Frau zu Spätfolgen führen, z.B. Unfruchtbarkeit,.

Gonorrhoe (auch Tripper genannt)

Zu den am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten gehört Tripper, verantwortlich für die Erkrankung sind die sogenannten Gonokokken-Bakterien. Besonders betroffen sind junge Erwachsene. In Deutschland hat die Erkrankung seit Mitte der 90er Jahre wieder zugenommen. Als wirksamer Schutz gilt die Verwendung von Kondomen.

Bei Tripper leiden die Erkrankten unter Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und Entzündungen der Geschlechtsorgane. Es ist aber auch möglich, dass die Erreger andere Organe befallen.

Syphilis

Bei Syphilis – auch „Lues (venerea)“ oder „harter Schanker“ genannt – handelt es sich um eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöst wird.

Während Syphilis früher schwere Erkrankungen mit Spätschäden und sogar Todesfällen zur Folge hatte, verläuft die Infektion heute eher chronisch: d.h., die Krankheit entwickelt sich oft langsam und schleichend. Insgesamt erkranken in Westeuropa jährlich etwa zwei von 100.000 Personen an Syphilis, in Deutschland zählt man entsprechend pro Jahr rund 3.000 bis 3.500 Syphilis-Fälle.

Am häufigsten stecken sich Männer mit Syphilis an – meist im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, in 80 Prozent der Fälle durch gleichgeschlechtlichen Sexualverkehr. Laut Infektionsschutzgesetz vom 1. Januar 2011 besteht für Syphilis in Deutschland eine Meldepflicht: Stellt ein Arzt also bei einem Patienten die Infektion mit der Geschlechtskrankheit Syphilis fest, muss diese Ansteckung an das Robert-Koch-Institut gemeldet werden.

HPV (Humane Papillomaviren)

HPV hat oft keine Symptome, außer bei der Bildung von Viruswarzen (Feigwarzen) im Genitalbereich, weshalb sie auch Genitalwarzen genannt werden. Schätzungen zufolge sind ein bis zwei Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung betroffen. Weitere 14 Prozent der Bevölkerung sind Träger des ansteckenden Virus, ohne jedoch Symptome aufzuweisen. Gegen HP gibt es eine Impfung, die bei Mädchen meist im Alter von ca. 14-15 Jahren durchgeführt wird, am besten vor Beginn der sexuellen Aktivität: Denn die humanen Papillomaviren von HPV erhöhen insbesondere bei Frauen das Risiko an bösartigen Tumoren zu erkranken, wie z. B. Gebärmutterhalskrebs.

Hepatitis

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber und wird durch die Hepatitisviren vom Typ A, B, C, D oder E ausgelöst. Eine Ansteckung mit Hepatitis B, C und D erfolgt über Körperflüssigkeiten, hauptsächlich über Blut. Die Symptome sind unterschiedlich, häufig werden die ersten Beschwerden als grippaler Infekt fehlgedeutet. Hepatitis ist eine vielschichtige Erkrankung mit verschiedenen Auslösern, Krankheitsverläufen und Ausprägungen. Eine genauere Beschreibung dieser Virusinfektion findet ihr hier.

Aufklärungsarbeit

Geschlechtskrankheiten werden nicht nur durch Geschlechtsverkehr übertragen. Es gibt auch andere Wege, wie infizierte Heroinspritzen oder Oralverkehr. Die Unwissenheit in der Bevölkerung ist nach wie vor hoch und lässt sich auf mangelnde Aufklärung zurückführen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leistet deshalb Präventionsarbeit in Bezug auf Infektionskrankheiten wie HIV und übernimmt Aufgaben der Sexualaufklärung.

Und auch die Deutsche STI-Gesellschaft – Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG) beschäftigt sich mit der Prävention und Aufklärung sexuell übertragbarer Infektionen und Erkrankungen und bietet dazu zahlreiche Informationen: dstig.de

Mehr Informationen zu Geschlechtskrankheiten, deren Ursachen, Diagnostik und Therapie findet ihr auf: geschlechtskrankheiten.de. Schaut auch in unsere Beratungsangebote rein.

 

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