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10 Gründe KEINEN Orgasmus vorzutäuschen

Ladys, vielleicht kennt ihr diese Film-Szenen: Eine Frau und ein Mann winden sich ekstatisch, rollen sich auf dem Boden herum, beschmieren sich mit Honig und die ganze Chose entartet in einem Potpourrigellender Schreie. Unrealistisch, denkt ihr? Richtig. Ich sage mal so: Ein Orgasmus ist schön, aber ihr müsst nicht zwangsläufig bei jedem Geschlechtsverkehr einen haben. Und schon gar nicht so tun, als fände er statt, während ihr in Wirklichkeit grade die Einkaufsliste fürs Abendessen durchgeht. Im Folgenden nennen wir euch 10 Gründe diese Aktion in Zukunft nochmal zu überdenken.

1. Why? Hinterfragt eure Motive

Jetzt mal ehrlich, wieso wollt ihr überhaupt einen Orgasmus vortäuschen? Macht euch das Spaß? Fragt euch, aus welchen Motiven ihr den Orgasmus vortäuscht. Hält auch nur einer eurer Gründe einer vernünftigen Prüfung stand? Nein. Eben. Also lasst es

2. Wenn ihr keine Lust mehr habt, habt ihr keine Lust mehr

Der ganze Spaß dauert jetzt schon 30 Minuten und außer dem wohligen Schaukeln des Bettes und einem leichten, sich anbahnenden, Kopfschmerz spürst du rein gar nicht? Du hast aber auch keine Lust auf große Diskussionen und willst deinen Partner nicht verletzen? Deshalb beginnst du langsam mit rhythmischen Zuckungen des Unterleibs, gefolgt von einem dramatischen Schwung des Hinterkopfes Richtung Nacken und einem langgezogenem Stöhnen. Du spannst deine Bauchmuskeln an, drückst deine Oberschenkel zusammen. Ein weiteres lang gezogenes Stöhnen. Danach gönnst du dir eine Pause. Du atmest flach. „Das war einfach großartig!“ säuselst du danach und spielst eine wohlige Ermattung.

Muss das sein? Klar, wäre es wohl nicht der beste Move, einfach mitten im Akt aufzustehen, dich anzuziehen und mit den Worten „Jo Clemens, ich bin dann mal auf der Hundewiese“ abzuhauen. Dabei hast du gar keinen Hund. Aber vielleicht kannst du einfach sagen, wie es ist. Dass es nicht so richtig „flowt“. Dass es an niemandem liegt und du einfach irgendwie nicht so richtig in Stimmung kommst. Ihr könnt ja stattdessen kuscheln, euch küssen, Netflix streamen oder euch endlich einen Hund kaufen.

3. Ein Orgasmus ist keine Pizza. Ihr müsst nicht liefern

Es gibt viele Gründe einen Orgasmus vorzutäuschen: Du bist erst kurz mit deinem Partner zusammen und traust dich nicht ihm zu sagen, dass du einfach gar nicht oder nur sehr selten beim Sex kommst (also beim klassischen Rein-Raus-Akt). Du müsstest dafür eigentlich nach oben, hast aber Angst, dass du unvorteilhaft aussiehst, so von unten betrachtet. Oder du denkst, das gehört sich einfach so, das ist sexy, als leidenschaftliche Frau muss man einfach ins Kopfkissen schreien vor Ekstase und ein wildes Orgasmusgesicht zeigen! Das macht den Anderen an, denkst du. Sex wird immer mehr zu einer Art Performance. Du hast das Gefühl „delivern“ zu müssen. Dem ist nicht so. Es ist keine Pizza.

4. Doppelmoral: Für wen kommt ihr eigentlich?

Männer sagen gerne mal, dass für sie der Orgasmus der Partnerin super wichtig ist, weil er sie glücklich macht. Aber stimmt das eigentlich? Ist es nicht vielleicht eher so ein Ego-Ding? Und dient ihr Orgasmus nicht eigentlich auch oft dazu, ihn glücklich zu machen? Weil er dann nämlich der Mann der Stunde ist. Wenn eine Frau schnell alleine kommen will, dann kann sie das oft am besten, sorry Männer, bei sich selbst.

5. Wir sind hier nicht in Hollywood

Selbst in Serien wie Games of Thrones wird mittlerweile ziemlich viel, nun ja, Liebe gemacht. Beigeschlafen. So wie auch in jedem anderen Hollywoodfilm. Sexszenen dürfen in keinem guten Film fehlen. Samtweiche Haut, warmes Licht, muskulöse Körper uuuuund richtig, der perfekte, laute Mega-Orgasmus. Gerne auch mal im Restaurant, wie im Film “Harry und Sally”. Es muss eine Explosion sein, ein Feuerwerk. Das muss es sein. Oder es ist nichts wert. Das ist natürlich Unsinn.

Es gibt wichtigeres. Wie Charlotte York aus Sex & the City einmal treffend bemerkte: „Orgasmen schicken dir zum Valentinstag keine Karte und halten dir nicht die Hand, wenn ein trauriger Film läuft.“ Und vorgetäuschte Orgasmen erst recht nicht.

6. Anders kommen

Viele Frauen haben lange gebraucht, um zu lernen, wie sie zum Orgasmus kommen, und das hat Zeit und Ruhe erfordert. Dabei haben viele Frauen auch schon vor dem ersten gemeinsamen Orgasmus total viel Spaß am Sex mit ihrem Partner. Für manche ist allein der Moment des Eindringens wahnsinnig intensiv und stellt eine Art “Höhepunkt” dar. Rede mit deinem Partner darüber, sag ihm, zeig ihm, was dir Spaß macht. Wenn er unbedingt möchte, dass du kommst, muss er auch damit leben, dass er dabei nicht immer die Hauptattraktion ist. Du kannst ihm auch zeigen, wie er dich am besten unterstützen kann, während du dich selbst befriedigst.

7. So fangen wir erst gar nicht an! (Frollein)

Ein weiterer Nachteil am Vortäuschen ist, dass, wenn man einmal angefangen hat, man nicht so leicht aus der Nummer wieder rauskommt. Irgendwann vergisst du es mal oder hast Muskelkater im Bauch und kriegst es nicht hin. Und plötzlich geht ihm auf, dass er gar nicht der Stecher vor dem Herrn ist, wie er immer geglaubt hat. „Bei mir kommen alle Frauen…“ Das kann sein Vertrauen in dich und auch in sich selbst nachhaltig ruinieren. Deshalb am Besten erst gar nicht mit solchen Fake-Aktionen beginnen.

8. Sex wird nicht erst durch einen Orgasmus zu Sex

Ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass Sex, der nicht zum Orgasmus bei mindestens einem der Beteiligten führt, nicht gilt. Das ist natürlich Schwachsinn. Viele Frauen, auch die mit Orgasmusproblemen, bestätigen, dass sie trotzdem viel Spaß haben. Der Orgasmus ist quasi nur die Kirsche auf dem Sahnetörtchen.

9. Komm schon! Du bist nicht alleine

Eine Studie* ergab unlängst, dass nur ¼ aller Frauen anatomisch so gebaut sind, dass durch reine Penetration die Klitoris so stimuliert wird, dass sie zum Höhepunkt kommen. Tja, no clit – no fun! Doch keine Sorge, es gibt es so viele Techniken, wie du sie mit ins Spiel bringen kannst. Außerdem gibt es noch viele andere erogene Zonen, die Spaß machen. Es soll sogar Nippelorgasmen geben.

Du siehst also, falls du bis jetzt oscarreife Orgasmus-Performances hingelegt hast, weil du dachtest „nicht normal“ zu sein: komplett unnötige Aktion. Du bist sein nicht die Einzige und es ist wichtig, dass sich das auch mal rum spricht. So werden auf keiner Seite überhöhte Erwartungen geweckt. Was mich zum meinem letzten Punkt bringt …

10. Ciao Leistungsdruck: für mehr Entspannung im Bett

Sowohl für Frauen, als auch für Männer ist ein Orgasmus geil. Klar. Gerne auch multiple. Immer her damit! Trotzdem gibt es da keinen Maßstab und kein Muss. Hört auf euch deswegen unter Druck zu setzen! Manchmal ist der Weg auch das Ziel. Lasst euch einfach treiben bzw. treibt es einfach, ohne euch wegen des Orgasmus so zu stressen.


*Quelle: Google Scholar E-Books „Männer wollen nur das Eine und Frauen reden sowieso zu viel: Eine Faktensammlung“ von Wolfgang Hars

 

Lisa