Rollenbilder – Typisch Mann, typisch Frau?

Rollenbilder spiegeln die Vorstellungen wider, die unsere heutige Gesellschaft an die Geschlechter stellt. Ob beim Einschalten auf ProSieben oder RTL, in anderen Medien oder im realen Leben. Ständig werden uns die Rollen Frau und Mann aufgedrückt. Natürlich sind es Vorurteile, wenn wir von Männern als das stärkere Geschlecht sprechen oder von Frauen als das schwächere. Trotzdem kennt jeder die typischen Geschlechterrollen. Die Frau als das sensible Wesen, das dauernd über Frisuren und Beziehungen spricht. Der Mann, der weniger redet, aber dafür hauptsächlich an Bier, Autos und Fußball interessiert ist. Solche Rollenklischees führen dazu, dass gleiche Eigenschaften bei Männern und Frauen jeweils anders interpretiert werden. Der Klassiker ist vermutlich die Interpretation einer „starken sexuellen Aktivität“ eines Mannes oder einer Frau. Ein Mann wird dann als „Aufreißer“ und damit als sehr attraktiv beschrieben. Eine Frau hingegen verliert dann in den meisten Fällen an Attraktivität oder wird gar als „Schlampe“ bezeichnet.

– Fortschritt Gleichberechtigung – Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch grundlegend falsch. Seht das Individuum. Das hat auch die Politik und ein großer Teil der Gesellschaft erkannt. Heute sind deshalb Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und die Gleichstellung der Frau aktuelle Themen. In einer Studie bestätigten 64% der Männer, dass sich eine Gleichberechtigung der Geschlechter im Alltag mittlerweile durchgesetzt hat. So sehen auch nur noch die Hälfte der deutschen Frauen Männer in der Rolle als Haupternährer der Familie.

– Konfliktpotenzial: Rollenbilder kommen mit der Gleichberechtigung nicht klar – Dennoch sind klassische Rollenbilder nach der Studie noch weit verbreitet. Es kommen nämlich noch nicht alle Köpfe damit klar, dass sich in der Gesellschaft die Gleichberechtigung immer mehr verankert. Noch bis vor einiger Zeit waren die Rollen von Mann und Frau ziemlich festgeschrieben. Die Männer gingen arbeiten und waren die, die in den Krieg mussten, die Frauen die, die sich um Haushalt und Kinder kümmerten. Die Rollen haben sich geändert, die Bilder sind bei vielen geblieben. Nicht ohne Grund wurde in der letzten Zeit schon öfter von der „Krise des Mannes“ gesprochen. Selbst bei denen, die sich nicht nach der antiken Zeit zurücksehnen, hat das Auswirkungen. Jeder dritte Mann gab in der Studie an, dass er sich durch das Rollenbild verunsichert fühlt. Weil er gesagt bekommt, wie er sein sollte, aber nicht so ist, jedenfalls nicht immer – und sich so in die Ecke gedrängt fühlt.

– Leben leben, Rollenbilder spielen – Lasst die Rollenbilder Rollenbilder sein. Sie sind das Relikt aus einer antiken Zeit, die Bilder entsprechen schon längst nicht mehr der heutigen Realität. Und das ist auch gut so. Sicherlich eckt man damit auch bei einigen an, gerade bei denen, die noch nicht in der heutigen Zeit angekommen oder intolerant sind. Aber das hat auch sein Gutes: So könnt ihr lernen, mehr zu euch zu stehen und nicht nur eine Marionette zu sein. Spielt ruhig mit den Rollenbildern, das Ausprobieren macht Spaß – aber nehmt sie einfach nicht zu ernst. Zu dem Spielen kommen wir jetzt:

Tipps zu Rollenbilder

– So machen Rollenbilder Spaß: im Bett – Auch im Partnerspiel ist es schön, solche Rollenbilder aufzubrechen: 22% der Männer sind meist die Initiatoren, wenn es um Sex geht – aber nur 7% der Frauen sagen das von sich. Dabei würden es nach einer Umfrage 83% der Männer sehr reizvoll finden, wenn auch die Frau im Bett mal die Hosen anhat: Fast die Hälfte der Männer will lieber verführt werden, als nur selbst verführen. Jungs und Mädchen: Probiert es aus! Verführt euren Kerl, indem ihr euch z.B. erotisch vor ihm auszieht und dann die Zügel in die Hand nehmt. Versucht beim Sex anfangs oben zu sein. Sagt ihm direkt, was ihr als nächstes machen möchtet und führt seine Hände beim Geschlechtsakt dahin, wo ihr berührt werden wollt. Z.B. an die Klitoris, wenn ihr so besser zum Orgasmus kommt – und glaubt mir, Männer mögen es sehr, wenn ihr zum Orgasmus kommt. Ein Rollentausch kann sehr sexy sein. Und ein Machtspiel untereinander für beide sehr erregend. Wusstet ihr zum Beispiel schon: Dominas haben gerade Männer mit Machtpositionen als Kunden, die es genießen, wenn nun mal über sie Macht ausgeübt wird …

Fazit

Die noch bestehenden Rollenbilder und die (glücklicherweise) zunehmende Gleichberechtigung sorgen für einiges Konfliktpotential: Es ist von der „Krise des Mannes“ die Rede. Dazu kommt es natürlich leicht, wenn man sich mit einem Rollenbild identifiziert und sich selbst nicht so annimmt, wie man ist. Es ist einfach, sich in den vermeintlich sicheren Hafen des Mann-Bildes oder Frau-Bildes zu flüchten. Und oft versucht einen der gesellschaftliche Druck auch dazu zu zwingen. Selbst sehr aufgeschlossene, gleichberechtigte Paare scheinen später noch oft in die Rollenbilder zurückzufallen. Sicherlich ist ein Grund auch, dass es noch keine wirklich zufriedenstellenden Lösungen gibt, Beruf und Familienwunsch problemlos miteinander vereinen zu können – wie die Rollenbilder hinken Politik und Wirtschaft hier auch noch der Realität hinterher.

Beim Sex sollte keine Norm euch einholen. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Lasst euch positiv überraschen, wenn ihr die Rollen ab und zu tauscht und euch gegenseitig verführt. Schließlich können sich offensichtlich viele Männer auch dort vorstellen, Frauen die Hosen anhaben zu lassen.