Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Chlamydien oder HP-Viren treten immer häufiger auf. In Deutschland sind Chlamydien, Gonorrhoe (auch Tripper genannt), Syphilis und HIV, wodurch Aids entsteht, am weitesten verbreitet. Fachwörter für die Geschlechtskrankheiten sind sexuell übertragbaren Infektion (STI) und sexually transmitted diseases (STDS). Es wird viel Vorbeugung und Aufklärungsarbeitet zu AIDS geleistet. Und tatsächlich ist, im Gegensatz zu früher, heute kein Anstieg an Neuansteckungen mit HIV mehr zu verzeichnen – ein Rückgang aber leider auch nicht. Von HIV betroffen sind sowohl homosexuelle Menschen als auch heterosexuelle Menschen, heute gilt die Infektionskrankheit aber nicht mehr als unmittelbares Todesurteil.

Weitere wichtige Geschlechtskrankheiten sind u.a.: Chlamydien, die auch eine entscheidende Rolle für Unfruchtbarkeit oder Fruchtbarkeitsstörungen spielen, HP-Viren (Humane Papillomviren), die Genitalwarzen und Krebs auslösen können und Syphilis, eine Krankheit, die in den schlimmsten Fällen tödlich enden kann

 Problem: Man erkennt die Krankheiten oft zu spät – Das größte Problem von Sexuell übertragbaren Krankheiten ist meist, dass die Symptome der Krankheiten oft sehr spät auftreten und auch dann nicht klar zu deuten sind: Es kann sich schon um einen kleinen Ausschlag handeln, ein Ziehen beim Pinkeln oder um ein paar Knötchen – die möglicherweise sogar nach einiger Zeit von selber verschwinden. Denn Geschlechtskrankheiten haben häufig die Eigenschaft, dass vom Zeitpunkt der Infektion bis zum tatsächlichen Ausbruch der Krankheit einige Zeit vergehen kann, im Falle einer HIV-Infektion sogar mehrere Jahre. So kommt es häufig zu einer Fehleinschätzung und die Infektion erst spät erkannt – während Partner sich aber schon genauso anstecken können. Da es aber zu Symptomen kommen kann, möchten wir diese hier auch kurz aufführen:
1. Warzen, Geschwüre, Juckreiz und Hautveränderungen im Genitalbereich und am Hintern’
2. Ausfluss aus Penis und Hintern
3. Schmerzen im Unterbauch oder Genitalbereich
4. Schmerzen und Brennen beim Pinkeln
5. Hautveränderungen und offene Stellen im Mund und Rachen

 Schutz vor Geschlechtskrankheiten – Klar, die meisten wissen schon: Vor HIV schützt man sich am besten mit Kondomen. Und auch das Risiko, sich mit anderen mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, sinkt dadurch. Aber: Mit Syphilis, Gonorrhoe und Herpes steckt man sich auch anders an: z.B. beim Oralsex, bei dem man noch vor HIV relativ sicher ist – Kondome sind also leider kein Schutz gegen alle Geschlechtskrankheiten. Einfache Lösung für ungeschützten Sex: Ein Test . Euer Liebesleben muss deshalb aber noch lange nicht langweilig werden: Bei Ärzten, vor allem solchen, die sich auf Geschlechtskrankheiten spezialisiert haben, könnt ihr und euer Partner euch einfach testen lassen. Die Viren sind meist ab drei Monaten nachweisbar – wartet also am besten solange nach eurer letzten sexuellen Begebenheit mit dem Test und ungehemmten Spaß. So seid ihr auf der sicheren Seite und könnt euer Liebesleben richtig genießen.

Fakten

HIV
Fachbegriffe: Humanes Immundefizienz-Virus, englisch Human Immunodeficiency Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus, Menschliches Immundefekt-Virus
HIV ist ein Virus, der das Immunsystem der infizierten Person schwächt und dadurch das Risiko erhöht, andere Krankheiten zu bekommen. Eine Übertragung des HI-Virus erfolgt durch Kontakt mit den Körperflüssigkeiten Blut, Sperma (auch Präejakulat), Vaginalsekret (Scheidenflüssigkeit) sowie Muttermilch und Liquor Cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Zwei bis sechs Wochen nach einer Ansteckung kommt es oft zu grippeähnlichen Symptomen – die aber auch ausbleiben können. Danach vermehrt sich das Virus im Körper, körperliche Symptome treten dabei nicht auf – diese „Latenzzeit“ dauert im Durchschnitt neun bis elf Jahre, kann aber auch schon nach Monaten zu AIDS übergehen. Von AIDS spricht man, wenn bei einer HIV-positiven Person bestimmte Infektionen oder bösartige Tumore auftreten. Für das gesunde Immunsystem sind diese Infektionen harmlos, der Körper von HIV-infizierten hingegen kann sich nicht mehr gegen die Krankheiten wehren – es ist „defekt“ (daher auch der Name). Ohne Behandlung führt AIDS meist zum Tod.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2011 etwa 78.000 Menschen mit HIV, davon ca. 15.000 Frauen und 200 Kinder. Im Jahr 2012 kamen rund 3400 neue HIV-Infektionen hinzu – ein Jahr zuvor waren es noch 2700. Seit man AIDS 1981 erstmals entdeckte und die Erkrankung sich auch in Deutschland ausbreitete, sind allein in Deutschland etwa 27.000 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion verstorben.

Chlamidien
Die ChlamydienInfektion wird meist durch das Bakterium „Chlamydia trachomatis“ ausgelöst und hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Je nach Altersgruppe sind weltweit bis zu zehn Prozent der Bevölkerung mit Chlamydien infiziert. Das Bakterium verursacht Erkrankungen im Genitalbereich in Form von Juckreiz, Ausfluss, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, aber z. B. auch Entzündungen am Auge. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann bei Mann und Frau zu Spätfolgen führen, z.B. Unfruchtbarkeit,.

Gonorrhoe (auch Tripper genannt)
Zu den am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten gehört Tripper, verantwortlich für die Erkrankung sind die sogenannten Gonokokken-Bakterien. Besonders betroffen sind junge Erwachsene. In Deutschland hat die Erkrankung seit Mitte der 90er Jahre wieder zugenommen. Als wirksamer Schutz gilt die Verwendung von Kondomen. Bei Tripper leiden die Erkrankten unter Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und Entzündungen der Geschlechtsorgane. Es ist aber auch möglich, dass die Erreger andere Organe befallen.

Syphilis
Bei Syphilis – auch „Lues (venerea)“, „harter Schanker“ oder „Franzosenkrankheit“ genannt – handelt es sich um eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöst wird. Während Syphilis früher schwere Erkrankungen mit Spätschäden und sogar Todesfällen zur Folge hatte, verläuft die Infektion heute eher chronisch: d.h., die Krankheit entwickelt sich oft langsam und schleichend. Insgesamt erkranken in Westeuropa jährlich etwa zwei von 100.000 Personen an Syphilis, in Deutschland zählt man entsprechend pro Jahr rund 3.000 bis 3.500 Syphilis-Fälle. Am häufigsten stecken sich Männer mit Syphilis an – meist im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, in 80 Prozent der Fälle durch gleichgeschlechtlichen Sexualverkehr. Laut Infektionsschutzgesetz vom 1. Januar 2011 besteht für Syphilis in Deutschland eine Meldepflicht: Stellt ein Arzt also bei einem Patienten die Infektion mit der Geschlechtskrankheit Syphilis fest, muss diese Ansteckung an das Robert-Koch-Institut gemeldet werden.

HPV (Humane Papillomaviren)
HPV hat oft keine Symptome, außer bei der Bildung von Viruswarzen (Feigwarzen) im Genitalbereich, weshalb sie auch Genitalwarzen genannt werden. Schätzungen zufolge sind ein bis zwei Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung betroffen. Weitere 14 Prozent der Bevölkerung sind Träger des ansteckenden Virus, ohne jedoch Symptome aufzuweisen. Gegen HP gibt es eine Impfung, die bei Mädchen meist im Alter von ca. 14-15 Jahren durchgeführt wird, am besten vor Beginn der sexuellen Aktivität: Denn die humanen Papillomaviren von HPV erhöhen insbesondere bei Frauen das Risiko an bösartigen Tumoren zu erkranken, wie z. B. Gebärmutterhalskrebs.

Hepatitis
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber und wird durch die Hepatitisviren vom Typ A, B, C, D oder E ausgelöst. Eine Ansteckung mit Hepatitis B, C und D erfolgt über Körperflüssigkeiten, hauptsächlich über Blut. Die Symptome sind unterschiedlich, häufig werden die ersten Beschwerden als grippaler Infekt fehlgedeutet. Hepatitis ist eine vielschichtige Erkrankung mit verschiedenen Auslösern, Krankheitsverläufen und Ausprägungen. Eine genauere Beschreibung dieser Virusinfektion findet ihr hier.

Fazit
Die Unwissenheit in der Bevölkerung über Geschlechtskrankheiten ist immer noch sehr hoch und lässt sich auf mangelnde Aufklärung zurückführen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leistet deshalb Präventionsarbeit in Bezug auf Infektionskrankheiten wie HIV und übernimmt Aufgaben der Sexualaufklärung: www.bzga.de. Und auch die Deutsche STI-Gesellschaft – Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG) beschäftigt sich mit der Prävention und Aufklärung sexuell übertragbarer Infektionen und Erkrankungen und bietet dazu zahlreiche Informationen: www.dstig.de

Die Behauptung, dass Geschlechtskrankheiten nur über Geschlechtsverkehr übertragen werden können, ist falsch: auch andere Übertragungswege sind möglich. Einen 100% Schutz gegen alle Geschlechtskrankheiten gibt es nicht. Allerdings solltet ihr ohne Scham zum Arzt gehen, wenn euch etwas auffällt. Wichtig ist, dass der Arzt analysiert, ob und welcher Erreger euch angesteckt hat, sodass ihr euch so schnell wie möglich behandeln lassen und ihn möglichst wieder loswerden könnt. Dann sollte sich auch der Sexualpartner untersuchen lassen: Sonst kommt es zum sogenannten „Ping-Pong-Effekt“, der gegenseitigen Wiederansteckung – denn auch bei der erfolgreichen Behandlung einer Geschlechtskrankheit ist eine erneute Infektion nicht ausgeschlossen. Mehr Informationen zu Geschlechtskrankheiten, deren Ursachen, Diagnostik und Therapie findet ihr auf: www.geschlechtskrankheiten.de